OIKOS
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Die Sache mit dem Knoten

Ägyptischer Streitwagen



Die Sache mit den Knoten war eigentlich ziemlich aussichtslos.

As the saying goes, war da ein Streitwagen dessen Zugseile mit dem Zugjoch unlösbar verknotet waren. Der Streitwagen gehörte dem König Gordios, und der hatte den Knoten eigenhändig so kompliziert geknüpft, dass niemand ihn aufzuknüpfen vermochte. Deshalb hieß diese Knoten auch "gordischer Knoten". 

Und da war dann auch noch ein Orakel, das behauptete, dass nur derjenige die Herrschaft über Asien erringen könne, der diese Knoten lösen würde.

Das Orakel muss nicht das delphische gewesen - man orakelte damals überhaupt gerne. Heutzutage hat man dafür die Medien.

Auch muss der Knoten nicht unlösbar gewesen sein, vielleicht hat sich nur niemand getraut den Knoten aufzumachen. Eines Königs Knoten, von dem es hieß, er sei unlösber einfach aufzudröseln - da konnte es sehr gut sein, dass man die Herrschaft über Asien einen Kopf kürzer hätte antreten  müssen.

 

Im Laufe der Jahre versuchten sich einige daran, fummelten an den Knoten herum und das wars dann. Der König hatte seinen Spaß und Asien war geretteet.

Bis Alexander der Große kam und die Seile mit dem Schwert kappte, Und, wie man weiß, Herr über Asien (oder was damals darunter verstand) wurde. Das soll 334 v.Chr. gewesen sein.

Na ja, was soll man dazu sagen? Alexander war eben jung, unbekümmert und ein praktisch denkender Mensch, der sich fragte: warum aufdröseln, wenn's mit den Schwert schneller geht.

Außerdem hatte er seine Leibwache dabei, lauter trainierte Burschen. So blieb dem Gordius nur mehr ein gequältes Lächeln und ein gewaltiges Abendmahl für den Knotenlöser.

Wo bleibt da die Philosophie (Unter dem Thema steht ja die Geschichte). 

Ganz einfach: Manches Problem löst sich durch Wechsel der Betrachtungsweise. Die Aufgabe, wie sie Alexander sah, war nicht, den Knoten zu lösen, sondern den Streitwagen von der Deichsel zu trennen.

So einfach wird man Herrscher über irgendetwas....

Und Philosoph.

Das meine nicht nur ich, sondern auch der Paul Watzlawik. Und der war sehr gescheit.

Und die Moral von der Geschichte?

Macht nachdenklich: Über die Macht Alexanders, die er über Asien hätte haben sollen, gehen die Meinungen auseiander. Er wurde sehr jung gestorben - und alles war wie vorher. Nur, der Gordios hatte keinen Streitwagen mehr. Aber der spielt sowieso keine Rolle in der Geschichte (und in der Philosophie). 

Man kann also mit Fug und Recht ableiten, dass eine Lösung mit dem Schwert zumeist - auf längere Sicht - keine Lösung ist. Andrerseits könnte man mit dem Knotenlösespiel kaum Weltreiche erobern.

Oder vielleicht doch?

Ein Rest noch aus einem früheren Hinweis, der das "PhilosophSein etwas erleichtert:

Karl Jasper meint - (nachzulesen in  "Denkanstöße 2002"):

Das philosophische Denken muß jederzeit ursprünglich sein. Jeder Mensch muss es selber vollziehen.

Und das scheint mir ein guter Hinweis zu sein, denn der Umkehrschluss daraus ist: Nicht jeder, der Philosophie studiert hat, ist auch ein Philosoph... oder so-.

 

Aber wie dem immer auch sein möge: 

Angewiesen auf Erfahrung aus den Umständen des eigenen Lebens, aus dem, was man uns lehrt und dem, was wir - unaufhörlich Lernende - uns selbst an Wissen zuführen und der Notwendigkeit sozialer Bindung, formen wir unser Weltbild und damit unser Verhalten, das uns auch auferlegt, unausfhörlich Lernende zu bleiben. Dazu aber gehört auch der Mut zur Veränderung, dort, wo eine neue Erkenntnis es erfodert.

 pPp

 

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